Macromedia Akademie

verschiedene Kadrierungen

Verschiedene Einstellungen und Katrierungen werden hier kurz vorgestellt.
 

Over Shoulder:

Def.: Aufnahme bei der ? meist in Schuss-Gegenschuss-Sequenzen bei Dialogen ? über die Schulter eines Darsteller gefilmt wird. Es wird mit einer halbnahen Einstellung die Person gefilmt die spricht und im Anschnitt ist die Schulter des Gesprächspartners von hinten zu sehen.

Man hat bei der over-shoulder-Einstellung (external reverse angle) einen gewissen ?Grad der Identifikation Das heißt, je größer der Winkel zwischen Kamera und Schulter ist, desto distanzierter wird die Beziehung des Zuschauers zum Protagonisten.

 Je dichter sie an die Schulter herangeführt wird, desto näher kommt sie an die so genannte ?eyeline?, dadurch baut der Zuschauer eine engere Beziehung zum Schauspieler auf.

Dabei ist zu beachten, dass, wenn man zwei over-shoulder-Kameras benutzt deren Winkel, Brennweite und Distanz zum Objekt gleich bleiben soll. Im Fachjargon nennt man diese Vorgehensweise ?matching external angles?.

Diese Form der Bildgestaltung gibt es nur im Film, keine andere Kunstform bedient sich dieses Stilmittels.

 

Dreiviertel-Master-Shot:

Diese Einstellung wird größtenteils als master-shot zur Auflösung von Dialogszenen verwendet.

Die Kamera wird dabei so aus dem Zentrum(der Symmetrielinie) genommen, dass sie sich dabei auf einen Protagonisten konzentriert. Durch die sichtbar werdende zweite Gesichtshälfte wird dem eigentlich eher 2-dimensional wirkenden Profil des Protagonisten ein plastischer Eindruck verliehen, das Bild gewinnt an Tiefe.

Allgemein gilt, beim Master-Shot die Kamera nicht symmetrisch zu positionieren, weil dies ein eher 2-dimensionales, langweiliges Bild ergeben würde.

Close Up:

Bei einer Close-Up-Einstellung bekommt der Protagonist automatisch ein dramaturgisches Gewicht; dies sollte bei der Entscheidung für eine Close-Up stets berücksichtigt werden. Beim Wechsel der Einstellungen (Schuß-Gegenschuß) muss beachtet werden, einen anderen Einstellungswinkel zu wählen (zwischen 20-30 Grad), da es sonst zu Bildsprüngen kommt.

Um ein möglichst gutes Bild zu erhalten ist eine Brennweite von 180-200mm erforderlich, die Protagonisten sehen damit optisch besser aus und die Proportionen sind ausgewogener.

Anmerkung:

Die Verwendung dieser Regeln zu den Einstellungsgrößen sind Grundlage szenischer Bildgestaltung, müssen aber nicht als Dogmen angesehen werden.

Wer den Umgang mit diesen Grundregeln beherrscht, wird sich darüber hinaus weiterentwickeln und diese Regeln auch brechen können.

So nutzt etwa Sergio Leone den Bruch mit diesen Regeln zur Findung seines eigenen Stils. Er nutzt z.B. die Entstehung von Bildsprüngen beim Schnitt von Totale(Landschaft) auf Nah (Gesicht) mit der Begründung, dass auch ein (vernarbtes/markantes) Gesicht in seinem Sinne eine Landschaft darstellen kann, z.B.: Spiel mir das Lied vom Tod.

Walking Room:

Bei dieser Einstellung wird dem Protagonisten ein gewisser Platz im Bild gegeben und zwar in die Richtung, in die er sich bewegt. Ansonsten würde es so aussehen, als ob er gegen den Bildrand läuft und ihn vor sich herschieben würde.

Außerdem möchte der Zuschauer wissen, was auf den Protagonisten zukommt.

Talking Room

Selbes Prinzip wie beim Walking Room.

Auch da würde es komisch aussehen, wenn der Protagonist gegen den Bildrand reden würde.

Gibt man ihm Platz zum Sprechen, wirkt das Bild automatisch natürlicher.