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Universal-Spezialisten gefragt

Die Fachzeitschrift "w&v" berichtet in einer Serie gegenwärtig über neue Berufs- und Aufgabenfelder in der Medienbranche.
 
Im Zeitalter von Blogging, Videostreaming, interaktivem Fernsehen und MobileContent verändert sich die Arbeitswelt laufend. Die Digitalisierung schreitet weiter voran. Der ?Multimediamix? und lässt sich nicht mehr durch Spezialisten eines einzigen Fachbereichs bändigen. Daher steigt auf dem Arbeitsmarkt die Nachfrage nach Fachkräften mit branchenübergreifenden Spezialwissen.
Das Fachblatt der Werbebranche ?WUV ? Werben & Verkaufen? berichtet Rahmen einer Serie gegenwärtig über das Thema "Neue Berufs- und Aufgabenfelder in der Kommunikationsbranche". ?Neu? sind dabei weniger die Branchen oder Berufsfelder, sonder vielmehr die Kombinationen vorhandener Schwerpunkte.
?Den klassischen Berater, Kontakter oder CD?, so Irmgard Hesse, geschäftsführende Gesellschafterin der Agentur Zeichen & Wunder, ? wird es langfristig nicht mehr geben. Wir suchen Bewerber, die vielfältige Erfahrungen mitbringen?. Ob im kaufmännischen oder redaktionellen Bereich: Nachwuchskräfte und Einsteiger müssen im Umgang mit allen Kommunikationskanälen und Zielgruppen geschult sein. ?Digitale Kommunikation erfordert ein hohes Maß an technischem Verständnis. Alle die in der Ausbildung stecken, können dies als Chance begreifen. Und alle, die so weiter machen wie bisher, werden sich schnell in der Arbeitslosigkeit wiederfinden? prophezeit Hansjörg Zimmermann, Geschäftsführer der Münchner Agentur ?Das Goldene Vlies?. In der Zukunft wird es immer wichtiger, auch Interesse für angrenzende Bereiche zu zeigen und die entsprechenden Techniken zu beherrschen. So müssen Gestalter in der Lage sein, Kundenmarktanalysen zu interpretieren und Web-Designer, Kurzfilme im Netz richtig zu vermarkten. Auch bei der Betrachtung aktueller Stellenausschreibungen ist dies zu erkennen. Im Journalismus ist der gleiche Trend zu beobachten. In den Redaktionen ist man nun auf der Suche nach neuem Personal, welchem mit technischem Verständnis ebenso auftrumpfen kann wie mit dem schreiben eines sachlich, konservativen Börsenartikels. ?Das Mediennutzungsverhalten verändert sich unglaublich schnell. Journalisten müssen heute multimedial geschult sein, um ihr Publikum zu erreichen?, so Elisabeth Händel, Leiterin Personalabwicklung bei Axel Springer. Auch für Journalisten wird es immer wichtiger, sich branchenintern weiterzubilden. Wer das Geschick beweist, sich in das Wettbewerbsumfeld seiner Kunden und die Unternehmenskultur seiner Auftraggeber hineinzudenken kann, wird in Zukunft nicht lange auf Aufträge warten müssen.


Wachsende Probleme registrierte der Herbstmonitor des Gesamtverbandes der Kommunikationsagenturen (GWA): In einer Trendumfrage melden 33 von 70 befragten Agenturen zunehmend Engpässe bei der Rekrutierung solcher Spezialisten. Das Ausbildungsniveau der klassischen Agenturleute reicht nicht mehr aus.


Nun sind Ausbildungsstellen und Hochschulen gefordert, ihren Sprösslingen das richtige Wissen mit auf den Weg zu geben. Eine Gemeinschaftsinitiative der Verbände ADV, GPRA, GWA und OMG unter dem Motto: ?Auf dem Weg zum Universalspezialisten? macht den ersten Schritt. Neue Ausbildungswege und ?inhalte sollen geschaffen und der Dialog zwischen Verbänden, Hochschulen, Bildungsanbietern, Agenturen und Unternehmen verbessert werden.


 ?Leider sind die Verbände viel zu langsam, um hier das Tempo vorzugeben?, so Hansjörg Zimmermann. Vielmehr sei es nun die Aufgabe von privaten Akademien und Seminarveranstaltern, den ersten Schritt zu tun.

(Sascha Wilde, 20.02.2007)