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Plansequenz

Eine Plansequenz ist eine meist sehr lange Einstellung eines Films, in der eine abgeschlossene...
 
Plansequenz Eine Plansequenz ist eine meist sehr lange Einstellung eines Films, in der eine abgeschlossene Handlung ohne Schnitt gezeigt wird, wobei in der ununterbrochenen Einstellung Bewegung und Dynamik nicht durch die Montage erzeugt werden. Eine Plansequenz wird gerne eingesetzt, um den Schauspielern - ähnlich dem Theater - mehr Raum zum Spielen zu geben. Ihr Spiel kann sich in einem durchgehenden Fluss entfalten und wird nicht - wie in der klassischen Heransgehensweise im Film - in einzelne ?Shots? zerlegt, die jeweils nur ein kleines Stück der Szene repräsentieren. Der Verzicht auf Schnitt innerhalb einer Szene verlangt von Regie, Kamera und Darstellern präzise Vorbereitungen und Proben. Eines der berühmtesten Beispiele für eine Plansequenz ist der Anfang von Orson Welles' Touch of Evil - Im Zeichen des Bösen (1958). Als großer Meister der Plansequenz gilt jedoch der Nouvelle-Vague-Regisseur Jean-Luc Godard. Meisterhafte Beispiele von endlos langen Plansequenzen finden sich in seinem Film ?Le Mépris? (dt. ?Die Verachtung? (1963), mit Brigitte Bardot und Michel Piccoli). Ein ziemlich schnittloser Film ist auch ?Stalker? (1979) von Andrei Tarkovsky. 1948 brachte Alfred Hitchcock den 80-minütigen Spielfilm Rope ins Kino, der im Wesentlichen aus nur fünf langen de-facto Plansequenzen bestand. Die wegen des nur für jeweils zehn Minuten reichenden Filmvorrats in der Kamera notwendigen (technischen) Schnitte wurden dadurch kaschiert, dass am Ende einer Filmrolle die Kamera jeweils auf einen Gegenstand oder Darsteller nahe heranfuhr und - nach dem Wechsel der Filmrolle - sich wieder entfernte. Einen abendfüllenden Spielfilm in einer einzigen Einstellung drehte Regisseur Alexander Sokurow mit Russian Ark (Eine einzigartige Zeitreise durch die Eremitage) (2002). Peter Gardner, Macromedia FH München: ?Plansequenz in dem Kontext der Montage als Counterpoint zur Action-Szene.?