Macromedia Akademie

Macromedia-Auszubildende bei der Kölner Aids-Gala

„Mega Geil“, postete Digital Media Engineer Kenny Carmody auf Facebook den Besuch. Unter den Zuhörern waren unter anderem Prof. Dr. Michael Batthy, Professor für Medien- und Kommunikationsdesign (Lehrgebiet Game Design) an der MHMK sowie unsere Digital Media Engineers. Ihre einhellige Meinung zu diesem seltenen Blick hintern den Kulissen: „Sehr interessant und aufschlussreich.“ Martin Elsaesser, seit vielen Jahren erfolgreich in der Spielebranche aktiv, begleitete den Werdegang von Crysis 2 und 3 als Lead Artist. Nach dem Vortrag unterrichtete er im Akademie-Studiengang Digital Media Engineer, Games and Animation, eine Woche lang Low Poly Modeling.

Modeling mit Maya und Max
An drei Tagen wurden Basisgeometrien entworfen -  Schreibtische und Rollkoffer - um die Tricks kennenzulernen, wie bei Echtzeit-Spielen scheinbar komplexe Geometrien einfach dargestellt werden können. „Wir haben die wichtigsten Funktionen des DCC-Tools Maya kennengelernt, immer analog zu Max. Das war ein wichtiger Blick über den Tellerrand“, kommentiert Martin Elsaesser den Lehrstoff. Es reicht nicht, nur ein Digital-Content-Creation-Tool (DCC) kennenzulernen und damit zu arbeiten. Wer in die Gamesbranche geht, punktet mit Zusatzwissen. Und er muss es wissen. Der gelernte Animator war von Anfang an in der Spielebranche unterwegs, national und international. Maya ist ein wichtiges Tool und wird vor allem im Ausland verwendet.

Stichwort Ausland: Neben fachlichen Fragen, beschäftigte die jungen Spieleentwickler vorallem, wie der Einstieg ins Berufsleben gelingen kann. Daher gab Martin Elsaesser auch für einen halben Tag ein kompaktes Jobcoaching für die Absolventen. Von der Recherche über Telefoninterviews bis zu Gehaltsfragen konnte er sein Wissen weitergeben.

Auslandserfahrung in der größten Entwicklernation Europas…
Für die Digital Media Engineers geht es größtenteils nach England an die University of Bradford (wir haben berichtet), um dort den Bachelor-Abschluss zu absolvieren. „Das halte ich für absolut sinnvoll. Gerade England - das ist die größte Entwicklernation Europas!“ – Martin unterstützt das Konzept des Akademie-Studiengangs und das Ziel der jungen Leute, im englisch-sprachigen Ausland nicht nur einen akademischen Abschluss zu erwerben, sondern auch, Erfahrungen zu sammeln. Für Einsteiger in die Spieleindustrie ist es wichtig, Kontakte in die Branche zu knüpfen und international zusammenzuarbeiten – „England halte ich dafür am besten geeignet“, so der Tipp vom Branchenexperten. „Und extra wichtig“, fährt er fort: „Die englische Sprache sollte ein Spieleentwickler auf jeden Fall beherrschen.“ In vielen Studios, auch in Deutschland, wird Englisch gesprochen. Zum Beispiel bei Crytek.

…oder direkt in die deutsche Spieleindustrie
Für die, die den direkten Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt wählen, rät Martin Elsaesser, den klassischen Weg über Browser-, Online- oder Mobilegames Firmen zu gehen. Auf diesem Markt sieht er aktuell gute Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten. „Erstmal kleine Bühnen bespielen“, das heißt für Martin: An mehreren Studioproduktionen mitzuarbeiten, verschiedene Teams kennenzulernen, um sich schließlich zu fokussieren. Ob in kleineren Entwickler-Studios oder in großen Firmen, oft entdeckt man unbekannte Nischen oder Bereiche, die eine Chance bieten, berufliche Schwerpunkte zu setzen.

„Spezialisierung ist gut. Und Teamwork ist eine Grund-Voraussetzung für das berufliche Weiterkommen.“ Ohne Teamwork funktioniert die Arbeit in der Branche nicht. Beste Vorübung dafür sind die Abschlussprojekte, die Martin Elsaesser in dieser Woche mit begutachtet hat. Sein Urteil: „Originell und phantasievoll. Es war schön zu sehen, wie unterschiedlich die Ideen und Präferenzen in der Klasse sind.“ Er begrüßt die intensive Arbeit dank der kleinen Gruppengröße in gut ausgestatteten Räumen - „inklusive Klimaanlage!“. Für den Studiengang 2010 lautet daher sein Fazit: „Die Jungs haben die Neugierde, Begeisterung und die Energie für die Sache - das ist die wichtigste Voraussetzung, um am Ball zu bleiben.“


Wir bedanken uns für den Besuch und für das ausführliche Interview.
 
Julia Schulze, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit