Macromedia Akademie

Ein sehr informativer Besuch beim WDR : hier entsteht vielfältiges und spannendes Radio- und Fernsehprogramm

Am Dienstag den 21. Oktober wartete auf die Auszubildenden des Lehrgangs Mediengestalter/in Bild und Ton der Macromedia Berufsakademie in Köln eine beeindruckende Führung durch den größten Fernseh- und Radiosender Kölns, den WDR.
 

Zuerst wurde ein Kurzfilm mit einführenden Informationen über den WDR und sein Programm gezeigt: Der WDR gehört mit Arte, Phönix, 3sat und Kika zur ARD-Familie mit 29 Studios auf 4 Kontinenten. Er ist in NRW zuhause, gibt Informationen aus der Region für die Region. Es sind die Menschen, welche die Zuhörer und Zuschauer interessieren und über diese Menschen und ihren Alltag wird berichtet. Die Berichterstattung zeichnet sich durch journalistische Qualität aus, informiert umfassend, unabhängig, seriös und kompetent. Der WDR ist aber auch Gastgebersender für die ganze Welt und zieht ein Millionenpublikum an. Bei allen Großereignissen wie dem Weltjugendtag Köln oder der Fußball WM 2006 ist er dabei. Das WDR-Radio nimmt die besonderen Wünsche der Zuhörer ernst und ist mit dem frechen Sender 1-Live am Puls der Zeit.

Die anschließende, sehr lebhaft gestaltete Führung durch den riesengroßen WDR-Komplex leitet Frau Melanie Koch. Im Gang mit Glasfenster, Blick auf den Dom machen wir den ersten Halt. „Bitte rechts stehen: Durchgangsverkehr.“ Die Festangestellten, immerhin 4.500 Mitarbeiter sowie die ca. 20.000 freien Mitarbeiter müssen links an den Besuchern vorbeikommen. Frau Koch informiert uns, dass das Hauptgebäude aus 5 Stockwerken besteht, da man in der Nähe des Domes nicht höher bauen darf. Allein das WDR Archivhaus bekam eine Ausnahmegenehmigung und besitzt 14 Stockwerke. Weiterhin gehört das Filmhaus zum WDR, in der die Tagesschauredaktion, die Cutterräume, das Trickstudio und das virtuelle Studio untergebracht sind.

Die Auszubildenden werden durch endlos scheinende Gänge geleitet, durch die niedrigen Decken entsteht eine gedrückte Atmosphäre, man kommt sich ein bisschen wie in einem Bunker vor. Vier Stockwerke tiefer sind wir hinter den Kulissen im Elefantengang. Der Name beruht auf dem Wunsch eines Kandidaten von Rudi Carrells Sendung „Wünsch dir was“, der auf einem Elefanten reiten wollte. So wurde das Tier hierhin 4 Stockwerke unter die Erde transportiert.

Weiter im Studio der Hörspielproduktionen können sich alle auf die dortigen Stühle setzen. Frau Koch nimmt auf dem Geräuschestuhl Platz, der das Quietschen einer Tür simuliert. Der Raum hat viele Lautsprecher an den Wänden sowie verschiedene Bodenbeläge, um unterschiedliche Klangerlebnisse zu erzeugen, die Treppe ist unterteilt in eine Stein- und eine Holztreppe. Viele Türen und Fenster können nach Belieben geöffnet und geschlossen werden. „Werden alle Geräusche im Hörspiel direkt produziert“„, fragt ein Schüler. „Einfache Geräusche ja, das Quietschen der Tür, Schritte und Stimmen. Weitere 70.00 Geräusche lagern im Schallarchiv“, gibt Frau Koch an. Der WDR als öffentlich-rechtlicher Fernsehsender ist an den Kultur- und Bildungsauftrag gebunden und muss für jede Bevölkerungsgruppe Programm machen, so auch beispielsweise für Blinde und Sehbehinderte.

Das Highlight der Führung ist allerdings der anschließende Raum, das Studio für Außenaufnahmen. Ein Raum, der akustisch gar kein Raum ist. Eine kleine abgeschlossene Kammer mit niedriger Decke.

Die Wände sind mit einem Meter Glaswolle isoliert, so werden die gesamten Schallwellen geschluckt und nicht reflektiert. Erstickungsgefahr könnte drohen. Mehr als 20 Minuten ist es hier drinnen kaum auszuhalten, die Ohren melden „wir sind draußen“, die Augen dagegen sehen „wir sind drinnen.“ So wird eine Sinnestäuschung erzeugt. Wie im Flugzeug geht das auf die Ohren und führt zu Schwindel. Das Erstaunliche des Raums ist aber die „akustische Schnecke“. Zwei Schüler gehen um die Ecke, wie weit ist nicht zu sehen und rufen laut „Hallo“. Es hört sich an, als ob sie sehr weit entfernt wären. Tatsächlich stehen sie aber nur ein paar Meter um die Ecke in einem ca. 3 Meter langen Labyrinth-förmigen Gang. Die Auszubildenden sind fasziniert. Ein Schüler geht noch einmal bewusst über den Teppich auf Kies. Das macht ein Geräusch wie Schnee.

Im Fernsehstudio der Sportschau ist die Kulisse rund gebaut, daher wirkt das Studio optisch größer. Die tausend Scheinwerfer an der Decke erstaunen die Schüler. Vor allem, dass jedes Licht an einer Laufschiene hängt. Die Belichtung ist äußerst wichtig: jeder Gang, jede Bewegung der Moderatoren wird präzise nach dem Sendeablaufplan eingeübt.

Am Ende der Führung angelangt, würden hier alle gern einen Arbeitsplatz oder zumindest einen Nebenjob während der Ausbildungszeit ergattern. Im technischen Bereich Kamera, Video- und Tonschnitt gibt es für die angehenden Mediengestalter viele Arbeitsplätze. Beim WDR zu arbeiten ist heiß begehrt, einfach ist der Zugang allerdings nicht. Auch von der Führung sind alle sehr begeistert: Sie bot einen rundum gelungenen, wunderbaren Einblick in das Radio- und Fernsehgeschäft.

(Claudia Berster, Lehrgangsorganisation Köln)